Unsere Empfehlungen

Sommerreise ins Glück

Autor: Sheila O'Flanagan

Verlag: Insel

ISBN: 978-3-458-68150-2

Preis: 10,95 €

Buchtipp von: Rainer Francke (Juli 2021)

Sommerreise ins Glück

Gleich drei Sehnsuchtsländer berührt dieser Roman: Irland, Frankreich und Spanien – ideale Ferien- und Sommerlektüre also! Zwei Frauen starten mit der Fähre von Irland nach Frankreich: Deira, deren Leben völlig aus den Fugen geraten ist, weil ihr Freund sie nach vielen gemein…

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Gleich drei Sehnsuchtsländer berührt dieser Roman: Irland, Frankreich und Spanien – ideale Ferien- und Sommerlektüre also! Zwei Frauen starten mit der Fähre von Irland nach Frankreich: Deira, deren Leben völlig aus den Fugen geraten ist, weil ihr Freund sie nach vielen gemeinsamen Jahren verlassen hat sowie die ältere Grace, deren Mann gestorben ist und sie auf eine Art Schatzsuche durch ihre früher gemeinsam besuchten Lieblingsstädte schickt – eine Reise, die das Ehepaar eigentlich gemeinsam geplant hatten. Nachdem die beiden Frauen sich auf der Überfahrt zunächst flüchtig kennengelernt haben, treffen sie schon bei der ersten Übernachtung wieder zusammen und entscheiden spontan, Grace‘ Rätselreise gemeinsam fortzusetzen.
Beide haben schmerzhafte Zeiten hinter sich und lernen auf der von nun an gemeinsamen Reise immer mehr loszulassen. Doch einfach ist es für beide nicht, von ihren Lebensentwürfen Abschied zu nehmen. Besonders die jüngere Deira leidet unter dem Ticken ihrer biologischen Uhr …
Doch je länger die Reise dauert, die Lösung des Rätsels näher rückt und mit Hilfe unerwarteter Begegnungen zeigt sich, dass das Leben für beide Frauen anders wird als geplant, aber doch weitergeht.
Ein leichter, unterhaltsamer, nicht zu kitschiger Sommerroman – schöne Strand- oder Schwimmbadlektüre.

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Treue Seelen

Autor: Till Raether

Verlag: btb

ISBN: 978-3-442-75855-5

Preis: 20,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (Juli 2021)

Treue Seelen

Westberlin im Frühsommer 1986: Achim und Bettina sind gerade aus der Provinz (genauer: aus Remagen bzw. Bad Godesberg) hergezogen. Achim hat eine Stelle bei dem Bundesamt für Materialprüfung angetreten, und Bettina möchte eigentlich ihr Studium in Berlin weiterführen und absc…

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Westberlin im Frühsommer 1986: Achim und Bettina sind gerade aus der Provinz (genauer: aus Remagen bzw. Bad Godesberg) hergezogen. Achim hat eine Stelle bei dem Bundesamt für Materialprüfung angetreten, und Bettina möchte eigentlich ihr Studium in Berlin weiterführen und abschließen. Doch statt der erhofften Freiheit und Weite, dem gewünschten Neustart auch ihrer Beziehung finden die beiden Stillstand, spießige Enge und vor allem Angst nach dem gerade passierten Tschernobyl-GAU. Angst, die besonders Bettina befällt, die kaum noch die Mietwohnung verlässt, das Studium vernachlässigt und sich mehr und mehr von Kontakten abkapselt.
Während sie alles in Frage stellt, verliebt sich Achim in die zehn Jahre ältere Nachbarin Marion. Die ist als Jugendliche kurz vor dem Mauerbau allein mit der S-Bahn von Ost- nach Westberlin rüber. Heute wohnt sie im Mietshaus gegenüber, ist verheiratet, hat zwei kleine Kinder. Und lässt sich auf eine Affäre mit Achim ein...

"Treue Seelen" ist ein Stück in Romanform erzählter Zeitgeschichte. Geschichte, die allen, die einmal die Grenzkontrollen in Berlin passiert und die Tschernobyl 'erlebt' haben, noch präsent sein dürfte. Diese historischen Ereignisse liefern den Rahmen für eine bittersüße Liebesgeschichte, die zu einem Ost-West-Konflikt wird. Eine Liebesgeschichte, die alles andere als rührig erzählt ist, mich aber berührt hat. Einfach sehr gute Unterhaltung!

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Scarlett & Browne - Die Outlaws

Autor: Jonathan Stroud

Verlag: cbj

ISBN: 978-3-570-16596-6

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (Juli 2021)

Scarlett & Browne - Die Outlaws

Es sind abenteuerliche Zeiten im England der mehr oder weniger nahen Zukunft. Wer sich jetzt eine futuristische Cyberwelt ausmalt ist auf dem Holzweg, denn viel ist nicht übrig von der menschlichen Zivilisation und die Kulisse erinnert eher an einen amerikanischen Western. Die …

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Es sind abenteuerliche Zeiten im England der mehr oder weniger nahen Zukunft. Wer sich jetzt eine futuristische Cyberwelt ausmalt ist auf dem Holzweg, denn viel ist nicht übrig von der menschlichen Zivilisation und die Kulisse erinnert eher an einen amerikanischen Western. Die meisten Städte wurden zerstört und die wenigen verbliebenen werden wie Festungen bewacht. Große Teile des Landes sind überschwemmt und verseucht, die Natur erobert sich die Landschaft Stück für Stück zurück. Es herrschen lebenswidrige Umstände, in denen sich nur die stärksten und gewitztesten Menschen behaupten können.

Scarlett McCain gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Von Kindesbeinen an ist sie auf sich allein gestellt, schlägt sich als Bankräuberin durch und ist mehr oder weniger der klassische Lonesome Rider, um im Bild des Western zu bleiben. Nur ohne Pferd.
Dabei stellt sie sich so gut an, dass inzwischen ein beachtliches Kopfgeld auf sie ausgesetzt wurde und diverse Milizen nach ihr suchen, was Scarlett allerdings wenig beeindruckt. Als sie sich nach einem erfolgreichen Beutezug in den Wäldern versteckt, begegnet sie Albert Browne, einem etwas verwirrten und offenbar völlig hilflosen Jungen. Aus Mitleid nimmt sie den etwa gleichaltrigen Schwächling unter ihre Fittiche und erlaubt ihm, sie bis in die nächstgelegene Stadt zu begleiten. Eine Entscheidung die sie schon kurz darauf bitter bereut. Denn Albert ist ein Tollpatsch und ein wahnsinniger Klotz am Bein, der nichts zu begreifen scheint. Vor allem aber ist er nicht so unscheinbar wie er aussieht und schon bald sind den beiden nicht nur ein Haufen Kopfgeldjäger auf den Fersen, sondern auch geheimnisvolle Agenten, denen es egal ist, ob sie die beiden lebendig oder tot zu fassen kriegen. Albert und Scarlett bleibt nichts anderes übrig, als zusammenzuhalten und zu fliehen. Immer entlang der Themse, hoffen sie in der Lagune von London Schutz zu finden. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg.

Jonathan Stroud hat schon in seinen bisherigen Romanen (vor allem in den Reihen „Lockwood & Co.“ und „Bartimäus“) gezeigt, dass er ein Meister der bissigen Dialoge ist. Dies stellt er auch hier wieder unter Beweis. Scarletts Sarkasmus trieft nahezu aus den Seiten, wohingegen Albert mit seiner Naivität und bedingungslosen Freundlichkeit den perfekten Gegenpart stellt. „Scarlett & Browne“ ist ein genresprengendes Lesevergnügen, empfohlen ab etwa 14 Jahren, das hoffentlich schon bald fortgesetzt wird.

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Die vier Gezeiten

Autor: Anne Prettin

Verlag: Lübbe

ISBN: 978-3-7857-2731-7

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (Juli 2021)

Die vier Gezeiten

Der 80-jährige Eduard Kießling, Hotelier und ehemaliger Bürgermeister von Juist, soll mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden. Zur Generalprobe müssen alle Familienmitglieder im Festsaal des familieneigenen Hotels de Tiden antanzen, darunter seine Frau Adda mit ihre…

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Der 80-jährige Eduard Kießling, Hotelier und ehemaliger Bürgermeister von Juist, soll mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden. Zur Generalprobe müssen alle Familienmitglieder im Festsaal des familieneigenen Hotels de Tiden antanzen, darunter seine Frau Adda mit ihren gemeinsamen Töchtern Frauke, Theda und Marijke sowie Addas demente Mutter Johanne.
Auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter platzt Helen, gerade aus Neuseeland angekommen, in die traute Runde. Ihre Suche hat sie nach Juist zu den Kießlings geführt. „Adda“ hatte sie Johanne genannt, sie musste auf der richtigen Spur sein und tatsächlich besteht eine frappierende Ähnlichkeit mit der anwesenden Adda. Gemeinsam mit Helen versucht Adda das Familiengeheimnis zu entschlüsseln. Adda will wissen, wie sie verwandt sind, denn dass sie verwandt sind, steht für sie fest. Kann es möglich sein, dass eine ihrer Töchter die Mutter Helens ist?
Gleich zu Beginn des Romans erfährt man aus einem Tagebuch, geschrieben im September 1978, dass eine Frau ins Watt gehen wird - sprich sich das Leben nehmen wird. Danach springt der Roman zwischen den Jahren 2008 und den Rückblicken der Töchter hin und her. In klaren Momenten schildert die demente Johanne ihr Leben und spricht über die Ereignisse ab 1934. Die Nazizeit, der Zweite Weltkrieg und die Judenverfolgung machen auch vor Juist nicht halt. So langsam kommt Licht in die Familiengeschichte, über die Jahrzehntelang geschwiegen wurde.

In dem norddeutschen Roman „ Die vier Gezeiten“ kommen zwei der vier Kinder bei Flut zur Welt und zwei bei Ebbe und so sind sie auch in ihrem Wesen, zwei wild wie die Flut und zwei ruhig und harmonieliebend. Ein spannend erzählter, komplexer Familienroman über vier Generationen. Nebenbei schafft es Anne Prettin, dem Leser die kleine Insel näher zu bringen. Etwas musste ich mich einlesen, um die doch vielen Personen und Zeitebenen zu verinnerlichen, danach war ich aber völlig in den Bann des Buches gezogen. Wer gerne Familiengeschichten liest, kommt hier voll auf seine Kosten.

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Killing November

Autor: Adriana Mather

Verlag: Dressler

ISBN: 978-3-7915-0152-9

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Vanessa Bartz (Juli 2021)

Killing November

November ist 17 Jahre alt. Als sie von ihrem Vater unerwartet in das Internat Academia Absconditi geschickt wird, hat sie keine Ahnung, was sie da überhaupt soll. Es ist nämlich kein normales Internat. Sie weiß nicht, wie sie dort hingekommen ist und und an welchem Ort sich das An…

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November ist 17 Jahre alt. Als sie von ihrem Vater unerwartet in das Internat Academia Absconditi geschickt wird, hat sie keine Ahnung, was sie da überhaupt soll. Es ist nämlich kein normales Internat. Sie weiß nicht, wie sie dort hingekommen ist und und an welchem Ort sich das Anliegen befindet. Zu ihrer Anmeldung werden ihr seltsame Fragen gestellt und November muss sonderbare Regeln befolgen. Keiner darf private Informationen von sich Preis geben. Alles was die Schüler über Personen in Erfahrung bringen, erhalten sie durch Körper- und Aussprache. Auch der Unterricht ist im Internat ein ganz anderer, z.B. werden Messerwerfen und Kriegsführung gelehrt. Es scheint, die Schüler werden als Agenten ausgebildet, doch es steckt mehr dahinter.
November fragt sich die ganze Zeit, warum sie mitten im Schuljahr wechseln musste und wie es ihrem Vater geht. Sie darf aber keinen Kontakt außerhalb der Schule aufnehmen.
Kurz nach ihrer Ankunft wird ein Schüler ermordet aufgefunden und November ist zur falschen Zeit am falschen Ort und wird zur Verdächtigen. Doch dieses Verbrechen war bis dahin nicht das einzige und anscheinend versteckt sich ein großes Geheimnis dahinter. Mit den Zwillingsgeschwistern Ash und Layla schließt sich November zusammen und gemeinsam versuchen sie den Fall zu lösen.

„Killing November“ ist ein gelungenes Jugendbuch mit interessanten Charakteren. Je weiter man liest, desto spannender wird es, bis man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will. Der zweite Band erscheint voraussichtlich am 07. August. Die Altersempfehlung ist ab 14 Jahren.

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Die zweite Schwester

Autor: Chan Ho-kei

Verlag: Atrium

ISBN: 978-3-85535-111-4

Preis: 25,00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (Juni 2021)

Die zweite Schwester

Das Hongkong von heute: eine Stadt voller Widersprüche und in vielerlei Umbrüchen steckend. Hier leben Nga-Yee, Mitte 20, und ihre jüngere Schwester Siu-Man. Ihre Eltern, die aus Festland-China stammen, sind beide gestorben, haben sich aufgeopfert, damit ihre Kinder es vi…

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Das Hongkong von heute: eine Stadt voller Widersprüche und in vielerlei Umbrüchen steckend. Hier leben Nga-Yee, Mitte 20, und ihre jüngere Schwester Siu-Man. Ihre Eltern, die aus Festland-China stammen, sind beide gestorben, haben sich aufgeopfert, damit ihre Kinder es vielleicht einmal besser haben sollen.
Da wird Siu-Man auf dem Heimweg von der Schule zum Opfer eines Übergriffs in der U-Bahn. Doch statt Mitgefühl zu erfahren wird sie zum Opfer einer Rufmord-Hetzkampagne im Internet. Als sie keinen Ausweg mehr weiß, nimmt sie sich das Leben.
Ihre ältere Schwester Nga-Yee fühlt sich mitverantwortlich für Siu-Mans Tod, hat sie doch ihr Leid nicht ausreichend erkannt. Um die Hinterleute der Hetzkampagne ausfindig zu machen, versucht sie den geheimnisvollen und exzentrischen Hacker N für den Fall ihrer Schwester zu interessieren. Und dessen Ermittlungen in der digitalen Welt sind spektakulär …
Wieder einmal ein Kriminalroman, der viel mehr als die Lösung eines Falles bietet. Familiengeschichte, Gesellschaftsroman des neuen Hongkong mit seinem entfesselten Kapitalismus, Ermittlungen in einer durchdigitalisierten Welt – alles ist hier enthalten, spannend, berührend, informativ!

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Dunkelkammer

Autor: Bernhard Aichner

Verlag: btb

ISBN: 978-3-442-75784-8

Preis: 17,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (Juni 2021)

Dunkelkammer

Innsbruck im Winter: Ein Obdachloser rettet sich vor der Kälte in eine leerstehende Wohnung am Stadtrand. Im Schlafzimmer findet er eine mumifizierte Frauenleiche, auf dem Esszimmertisch liegt neben den Resten eines Abendessens und zwei benutzten Weingläsern eine Tageszeitung, d…

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Innsbruck im Winter: Ein Obdachloser rettet sich vor der Kälte in eine leerstehende Wohnung am Stadtrand. Im Schlafzimmer findet er eine mumifizierte Frauenleiche, auf dem Esszimmertisch liegt neben den Resten eines Abendessens und zwei benutzten Weingläsern eine Tageszeitung, die vor zwanzig Jahren erschienen war.
Der Obdachlose ruft nicht die Polizei, sondern seinen Bekannten aus alten Zeiten, den Pressefotografen David Bronski. Der wittert eine große Story und reist mit seiner Journalistenkollegin Svenja Spielmann an. Zusammen wollen sie vor dem Auftauchen der Polizei den Tatort untersuchen und fotografieren, die Identität der Toten recherchieren. Crime sells! Dass die Tote indirekt auch etwas mit Bronski und seinem Privatleben zu tun hat, erfährt er allerdings erst später...

"Dunkelkammer" ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe des österreichischen Autors Bernhard Aichner. Bereits Anfang August wird "Gegenlicht" erscheinen, wieder mit Bronski im Mittelpunkt.
Aichner war, bevor er sich der Werbefotografie und später dem Schreiben zuwandte, jahrelang Pressefotograf bei der 'Kronen'zeitung, der zweitgrößten Tageszeitung Österreichs. Besonders faszinierte ihn die Polizeifotografie - Unfälle, Gewaltdelikte, Naturkatastrophen... Da verwundert es nicht, dass er Bronski in eben diesem Milieu angesiedelt hat. Keine Ahnung, wie erfolgreich Aichner als Fotograf war und ist, seine Krimis und Thriller jedenfalls spielen in der ersten Liga der Spannungsliteratur!

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Der Abstinent

Autor: Ian McGuire

Verlag: DTV

ISBN: 978-3-423-28272-7

Preis: 23,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (Juni 2021)

Der Abstinent

Manchester 1867, am 23. November werden drei Männer offiziell und öffentlich hingerichtet. Sie sollen am Überfall eines Gefangenentransports beteiligt gewesen sein, bei dem ein Polizist zu Tode kam. Die Beweise sind allenfalls Indizien, aber die Polizei will ein Exempel st…

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Manchester 1867, am 23. November werden drei Männer offiziell und öffentlich hingerichtet. Sie sollen am Überfall eines Gefangenentransports beteiligt gewesen sein, bei dem ein Polizist zu Tode kam. Die Beweise sind allenfalls Indizien, aber die Polizei will ein Exempel statuieren und braucht dafür Schuldige. Die drei Männer, angeblich alle Mitglieder der irischen Untergrundorganisation Fenions, kommen ihnen da ganz gelegen. Entsprechend aufgeladen ist die Stimmung in der Bevölkerung.
Constable James O’Connor glaubt nicht an die abschreckende Wirkung dieser Machtdemonstration und befürchtet, dass ihre Symbolkraft eher zu weiteren Unruhen und brutalen Gegenreaktionen führen wird. Doch O’Connor ist nur ein kleines Licht bei der Polizei von Manchester, auf dessen Meinung kaum noch jemand etwas gibt. In seiner Heimat Dublin war er ein respektierter Mann und hoch angesehen bei der Polizei. Aber das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Nach dem Tod seiner Frau ließ sich der Alltag nur noch mit Alkohol ertragen und O’Connor verlor sich im Gram. Nun bekommt er in Manchester eine letzte Chance, um sein Leben und seine Kariere wieder in den Griff zu bekommen. Als gebürtiger Ire gilt er als perfekter Mittelsmann zwischen Polizei und Spitzeln aus der Bevölkerung, um die Machenschaften der aufrührerischen Geheimorganisationen aufzudecken. Doch die Lage spitzt sich weiter zu. Als die Fenions den irischstämmigen Kriegsveteran Stephen Doyle aus Amerika zur Verstärkung holen, werden die Aktionen immer skrupelloser. O’Connor verliert sich mehr und mehr in der Aufgabe Doyle zur Strecke zu bringen, was schließlich in einem fast klassischen Duell gipfelt und ihn mit der existentiellen Frage konfrontiert, wofür er diesen Kampf eigentlich führt.

Bekannt geworden ist Ian McGuire bereits vor ein paar Jahren mit seinem Roman „Nordwasser“, über die düsteren Geschehnisse an Bord eines Walfängers. Die Intensität, in der er den brutalen Alltag der Mannschaft beschreibt, lässt den Dreck unter den Nägeln und die Kälte in den Lungen spüren. Verdientermaßen wurde er damit für den Man Booker Prize nominiert.
„Der Abstinent“ erzählt nun wieder eine nicht minder eindringliche, spannende und auf wahren historischem Hintergrund basierende Geschichte.

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